Nationaltorwart Robert Enke gestorben

R.I.P Robert Enke

Nationaltorwart Robert Enke ist tot. Das bestätigte die Polizei in Hannover SPIEGEL ONLINE. Ein Polizeisprecher erklärte, es deute alles auf Selbstmord hin. Der beim Bundesligisten Hannover 96 spielende Torhüter wurde 32 Jahre alt.

Hamburg - "Ich kann die traurige Nachricht bestätigen. Robert lebt nicht mehr. Zu Einzelheiten kann ich im Moment aber nichts sagen", sagte Enkes Freund und Berater Jörg Neblung. Enke starb am Dienstagabend an einem Bahnübergang in Neustadt am Rübenberge im Ortsteil Eilvese. "Es hat einen tödlichen Unfall an einem Bahnübergang gegeben", sagte Stefan Wittke, Leiter der Pressestelle der Polizei Hannover. Wittke erklärte, dass alles darauf hindeute, dass es sich um Selbsttötung gehandelt habe. Enke hinterlässt seine Ehefrau Teresa und eine acht Monate alte Tochter, die das Paar im Mai adoptiert hatte.

"Das ist ganz furchtbar", sagte Hannovers Präsident Martin Kind. [ weiterlesen ]

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10.11.2009 22:17 | geändert von André: 10.11.2009 22:27


Am Abend der Horrornachricht las man bei 11 Freunde folgendes:

Worüber man nicht reden kann (Text: Dirk Gieselmann)

Am frühen Dienstagabend riss uns eine Nachricht aus aller naiven Beschäftigung mit dem Fußball: Robert Enke hat sich das Leben genommen. Wie will man darüber »informieren«? Davor kann man zunächst einmal nur kapitulieren.
Zum Tode Robert Enkes - Worüber man nicht reden kann

Argloser Feierabend. Zusammensitzen mit einem Freund, das Telefon beiseite gelegt. Ein zufälliger Blick nur – drei Anrufe in Abwesenheit. Von einem Arbeitskollegen. So beharrlich um die Zeit? Ein Rückruf.

»Robert Enke ist tot.«

»Es soll Selbstmord gewesen sein.«

Schweigen. Ausatmen. Robert Enke ist tot.

Was man über ihn weiß, zieht vorbei, fällt zusammen mit dem Warum, Karrieretäler und Schicksalsschläge, sie werden für Sekunden zum Resonanzraum für Mutmaßungen.

Warum?

Für heute, für morgen, wer weiß, wie lange, geht uns das nichts an. Wir müssen berichten, irgendwie. Aber wie weit darf das öffentliche Interesse gehen? An diesem Abend spüren wir die Grenzen aufs Deutlichste. Worüber man nicht reden kann, darüber muss man schweigen.

Robert Enke ist tot. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und Kollegen.

Nicht nur meiner Meinung nach einer der wenigen angemessenen Artikel über die Nachricht, die ganz Fußball-Deutschland tief bewegt.

Heute erschien eine bedrückende Pressenachlese. Ebenfalls auf 11Freunde.de ...

Flickering Lights (Text: Dirk Gieselmann)

»Es gibt nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem: den Selbstmord«, sagte Albert Camus. Die Medien versuchen, es durch die schiere Anzahl der Kameras zu lösen. Der Suizid Robert Enkes zeitigt einen ekelhaften Voyeurismus.

Ü-Wagen fahren durch die Provinz. Wo ist Eilvese? Aus Duisburg die Stimme von Peter Neururer, er spricht und sagt doch nichts. Trotzdem: Senden! Wann beginnt die Pressekonferenz im Landgasthof? Sagt der DFB das Länderspiel gegen Chile ab? War es Depression? »Er war in Behandlung«, meldet BILD. Beileidsbekundungen nun auch aus München. Kerzen in Hannover. Senden! Mikrofone. Notizblöcke. Straßenkarten. Hier ist Eilvese, hallo Köln! Steht die MAZ? War er nicht immer schon... ein bisschen anders? »Er war labil«, sagt Klubboss Martin Kind. Senden! Bilder flackern. Wie das Blaulicht am Bahndamm. Flickering lights. Die Leute, glaubt man in den Ü-Wagen-Kolonien von Eilvese, wollen dabei sein. [ weiterlesen ]

11.11.2009 14:44


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